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Die Medizintechnik hat in Deutschland bereits eine lange Tradition. Mit der Entwicklung von Linsen und Mikroskopen machten sich vor allem deutsche Unternehmen im 19. Jahrhundert bereits einen Namen. Die starke Stellung auf dem Weltmarkt, die Deutschland trotz des enorm stark wachsenden weltweiten Wettbewerbs hat,  zeigt, dass Deutschland  nach wie vor ein guter Standort für die Medizintechnik und Innovationen ist.

 

Medizintechnik – Der Innovationsmotor

 

Die Medizintechnik befindet sich im Verlauf der letzten Jahre in einem deutlichen strukturellen Wandel. Medizintechnik – und die dazu gehörende Industrie – ist heute ein stark forschungs- und technologieintensiver Wirtschaftszweig, der im Zuge der Globalisierung auf eine hohe Innovationskraft und eine zuverlässige Umsetzung neuer Technologien angewiesen ist. Auch Marketing spielt dadurch für diesen Industriezweig eine große Rolle. Die Produktpalette der deutschen Medizintechnikhersteller ist daher sehr breit und setzt hohe Maßstäbe im internationalen Wettbewerb. Vor allem die innovativen Produkte ermöglichen es den Medizintechnikherstellern besonders effizient zu sein und sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Die Produkte reichen von medizinischen Hilfsmitteln, wie Operations-Stativsystemen und OP-Besteck, über elektromedizinische Geräte,  wie zum Beispiel Kernspintomographen. Aber auch Linsen, Bandagen, Implantate, künstliche Hüftgelenke und Herzschrittmacher sind Exportschlager der Medizintechnikindustrie in Deutschland. Der Markt der Medizintechnik befindet sich in einem regulativen Spannungsfeld aufgrund der besonderen Struktur des Marktes für Gesundheitsleistungen in Deutschland. Das Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und staatlicher Regulierung ist teilweise in anderen Ländern ähnlich und einer der größten Herausforderungen für die Medizintechnik. Ob sich eine Produktneuheit am Markt durchsetzten kann, hängt oft nicht vom Preis oder der Qualität ab, sondern davon, ob es die Zulassung im Sinne der vorgegebenen Gesetze erhält und ob die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bei einem Einsatz während der Behandlung übernehmen. Produktinnovationen der Medizintechnik, die nicht erstattungsfähig sind, haben im heimischen Markt kaum eine Überlebenschance, da sie sich vor allem für Krankenhäuser nicht rentieren. Dies kann, insbesondere für Innovationen in der Medizintechnik, durchaus erhebliche Probleme mit sich bringen und das Ziel eines leistungsfähigen Gesundheitssystems negativ beeinflussen. Aktuell dominiert das Ziel der kurzfristigen Kostendämpfung im deutschen Gesundheitssystem und mit der zunehmenden Privatisierung der Krankenhäuser wird dies in den nächsten Jahren zunehmen. Bei einer solch einseitigen Ausrichtung besteht die Gefahr, dass Innovationen in der Medizintechnik gehemmt werden.

 

Medizintechnik für eine bessere Lebensqualität

 

Die Medizintechnik bildet mit ihrer hohen Qualität die Grundlage für eine immer besser werdende medizinische Versorgung. Durch die kontinuierlichen Innovationen der Medizintechnik wird die bereits bestehende hohe Qualität der medizinischen Versorgung gesichert, aber auch die weitere Verbesserung dieser erzielt. So werden die Diagnose-, Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten fortlaufend weiterentwickelt. Das dauerhafte Ziel der Einsparung von finanziellen Mitteln wird auf Dauer gesehen ebenfalls durch die Medizintechnik verfolgt. So werden Leistungen, die ursprünglich von medizinischem Fachpersonal erbracht werden mussten oftmals durch neuartige Medizintechnikprodukte übernommen. Da die medizinischen Leistungen, die durch die Medizintechnikprodukte erbracht werden, auf Dauer gesehen günstiger sind, profitieren Patienten von einem Versorgungsplus. Die logische Folge ist ein erhöhter Lebensstandard. Aus dieser Perspektive betrachtet erscheint es geradezu paradox, dass potentielle Innovationsmöglichkeiten nicht selten daran scheitern, dass die bereitstehenden finanziellen Mittel nicht ausreichen. Industrieverbände fordern oft, dass das Gesundheitssystem eine ganzheitliche Betrachtung der Kosten-Nutzen-Effekte in der Medizintechnik genießen muss. Nur so kann die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von medizinischen Verfahren gesteigert werden und als logische Folge die Lebensqualität der Patienten optimiert werden. Allem voran sollte dies im Bereich der Hilfsmittel umgesetzt werden.

 

Medizintechnik für die Kosteneinsparung im Gesundheitswesen

 

Das Einsparpotential von Medizintechnikprodukten ist enorm. In einer Studie zu diesem Thema wurden verschiedene Produkte der Medizintechnik auf ihr jeweiliges Einsparpotential hin untersucht. Ein sehr einprägsames Beispiel ist eine pumpenlose künstliche Lunge zum

Ersatz der mechanischen Beatmung. Hier wurde ein bundesweites Einsparvolumen von 700 Millionen Euro jährlich errechnet:

Bislang wurden Patienten, die an einem Lungenversagen leiden durch künstliche Beatmung via Beatmungsgerät behandelt. Diese Methode birgt jedoch ein hohes Gesundheitsrisiko, da es sich um eine Überdruckbeatmung handelt und diese im schlimmsten Fall mit einem Multiorganversagen tödlich für den Patienten enden kann.   Diese neue pumpenlose künstliche Lunge, als Innovation der Medizintechnik, wird an den Blutkreislauf des Patienten angeschlossen und „atmet“ außerhalb des Körpers für ihn. Dies entlastet die Lunge, da ihr Gasaustausch unterstützt wird und die Atemmuskulatur weniger belastet wird. So hat die Lunge, durch die geringere Belastung, Zeit sich zu regenerieren. Durch eine frühzeitige Anwendung dieses Medizintechnikproduktes kann in vielen Fällen die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung, somit eine Intubation und die hierfür erforderliche Sedierung der Patienten unterbunden werden. Zusätzlich entfallen zahlreiche Folgeerscheinungen, die durch die ursprüngliche Behandlungsmethode auftraten.

Diese nur 14 mal 14 Zentimeter große Medizintechnikinnovation kann somit zu hohen Kosteneinsparungen führen und ist zusätzlich mit weniger Risiken für den Patienten verbunden, als die ursprüngliche Methode. Weiterhin hat dieses Produkt den Vorteil der Mobilität, der mittlerweile von vielen führenden Ärzten für das Heilen einer Lunge gewünscht ist. Ein weiterer auf der Hand liegender Vorteil für den Patienten ist, dass er für die Behandlung mit diesem neuen Medizintechnikprodukt nicht ins künstliche Koma gelegt werden muss. Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken des künstlichen Komas mögen viele Patienten den Gedanken nicht, tagelang nicht ansprechbar zu sein und haben Angst womöglich nie mehr aufzuwachen.

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